Ginkgo-Blatt, das Zeichen der ProCurand Unternehmensgruppe
  • Jan Apel und Antje Wotjak
    Jan Apel mit seiner Chefin Antje Wotjak bei Jubiläumsfest der Einrichtung im Juni 2018. Foto: ProCurand
  • Jan Apel an seinem rollstuhlrechten Arbeitsplatz bei ProCurand
    Jan Apel an seinem rollstuhlrechten Arbeitsplatz. Foto: ProCurand
  • Persönlichkeiten bei ProCurand: Jan Apel ist für den Arbeitsalltag mit Rollstuhl bestens gerüstet

    Der 38-jährige Jan Apel arbeitet seit über sechs Jahren bei ProCurand. In der Seniorenresidenz Am Görnsee in Kloster Lehnin Ortsteil Grebs kümmert er sich als Verwaltungskraft um die Abrechnungen und alle kaufmännischen Themen. Er ist Ansprechpartner für Bewohner, Angehörige und Interessenten, wenn es um Organisatorisches geht.

    Dass er seit einem Badeunfall auf den Rollstuhl angewiesen ist, schränkt ihn in seiner Arbeit nicht ein, verrät er im Interview.

    Die Seniorenresidenz Am Görnsee ist 2018 übrigens stolze 15 Jahre alt geworden. Am Rande der Jubiläumsfeier haben wir mit Apel über seinen Arbeitsalltag, Erfahrungen mit behindertengerechten Arbeitsplätzen und wie er zu ProCurand gekommen ist, gesprochen.

    Herr Apel, seit wann sind Sie in der Pflegebranche tätig?

    Ursprünglich hatte ich eine Ausbildung im Hotelfach angefangen. Aber durch einen Badeunfall – ganz klassisch, muss ich leider sagen – bin ich seit 2001 querschnittsgelähmt und seitdem Rollstuhlfahrer. Das war natürlich ein tiefer Eingriff in mein Leben, der sich auch auf meinen Beruf ausgewirkt hat. Die Arbeit im Hotel musste ich gezwungenermaßen aufgeben. Jedoch konnte ich durch meinen Aufenthalt in der Reha-Klinik das Gesundheitswesen und seine Möglichkeiten für mich näher kennenlernen. Zu der Zeit entstand ein neuer Ausbildungsberuf, der Kaufmann im Gesundheitswesen. Erfreulicherweise wurde dieser in einer Einrichtung in Potsdam angeboten und so schloss ich dort 2006 meine Ausbildung ab.

    Dann haben Sie ja schon einiges an Berufserfahrung vor ProCurand gesammelt.

    Ja, aber leider fand ich im Anschluss an die Ausbildung keine Arbeit direkt in der Gesundheitsbranche. Ob es daran lag, dass dies ein völlig neuer Beruf war oder ob meine Behinderung bei meinen Bewerbungen eine Rolle gespielt hat, kann ich nicht sagen. Ich arbeitete dann in einer privaten Berufsschule, welche nach drei Jahren jedoch betriebsbedingt schließen musste. Für mich persönlich war das im Rückblick ein glücklicher Umstand, weil er mich zu ProCurand führte.

    Und so sind Sie dann bei ProCurand neu gestartet?

    Genau. Die Arbeitsagentur hatte mich Ende 2011 für ein paar Monate an den ProCurand Standort in Ferch vermittelt, wo ich der Einrichtungsleitung assistierte. Dort lernte ich auch eine Mitarbeiterin aus Grebs kennen und wir verstanden uns sehr gut. Kurz danach erhielt ich das Angebot, in Grebs am Empfang zu arbeiten. Ich habe hocherfreut zugesagt. Als dann 2015 der Arbeitsplatz in der Verwaltung zu besetzen war, fragte mich die Einrichtungsleiterin Antje Wotjak, ob ich diese Position annehmen wollte. Meine Ausbildung passte auf diese Stelle wunderbar; auch hier nahm ich erfreut und dankbar an. Auch möchte ich auf diesem Wege Frau Stehr aus Ferch für die große Unterstützung in meiner Einarbeitungszeit danken. Noch heute herrscht zwischen uns ein regelmäßiger fachlicher Austausch.

    Haben Sie den Eindruck, dass hier in einer Pflegeeinrichtung die Arbeitsbedingungen für Sie besonders gut sind?

    Definitiv. Dadurch, dass die baulichen Gegebenheiten den unterschiedlichen Ansprüchen unserer Bewohner gerecht werden müssen, ist fast jeder Bereich mit dem Rollstuhl problemlos zugänglich. Bis auf das Büro musste somit nichts für mich angepasst werden. Außerdem denke ich, dass in einer Pflegeeinrichtung das Verständnis für Einschränkungen, seien sie körperlich oder geistig, einfach größer ist, weil sie zum Alltag gehören. Ich bin hier unter den Kollegen ‚nichts Besonderes’, was ich sehr gut finde.

    Das klingt spannend und zugleich beruhigend. Haben Sie einmal im Beruf oder bei der Jobsuche Benachteiligung aufgrund Ihrer Behinderung erfahren?

    Ich selbst habe es nicht erlebt, dass ich in irgendeiner Form benachteiligt worden wäre. Alle Arbeitgeber haben sich kooperativ gezeigt, wenn es darum ging, mir die Arbeit zu erleichtern. Hier bei ProCurand wurde sogar der Umbau des Büros meinen Wünschen und Bedürfnissen entsprechend geplant und ausgeführt. Unterstützung kam auch vom Integrationsamt. So wurde der Teppichbelag durch einen Linoleumboden ersetzt und es wurden passende Büromöbel wie ein automatisch verstellbarer Schreibtisch und gut erreichbare Aktenschränke angeschafft. Neben diversen kleineren Hilfsmitteln für die normalen Bürotätigkeiten kam eine sehr gute Klimaanlage dazu. Diese ist wichtig, da bei mir aufgrund der Querschnittlähmung der natürliche Temperaturausgleich des Körpers gestört ist. Somit ist der Arbeitsplatz für mich ideal.

    Hat der Arbeitgeber diese Investitionen selbst getragen oder gab es dafür eine öffentliche Förderung?

    Der Umbau ist vom Brandenburger Landesamt für Soziales und Versorgung finanziell gefördert worden, aber auch ProCurand selbst hatte einen Teil der Kosten zu tragen.

    Was bedeutet Ihnen die Arbeit bei ProCurand?

    Ich bin ausgesprochen dankbar, trotz meines Handicaps diese anspruchsvolle und erfüllende Aufgabe in einem tollen Team zu haben. Dies gibt mir ein großes Stück Lebensqualität.

    Herr Apel, vielen Dank für das Gespräch!

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