Ginkgo-Blatt, das Zeichen der ProCurand Unternehmensgruppe
Ginkgo-Blatt, das Zeichen der ProCurand Unternehmensgruppe

Entbürokratisierung der Pflegedokumentation

Die ProCurand Unternehmensgruppe engagiert sich in der entbürokratisierten Pflegedokumentation. Das neue Strukturmodell vereinfacht die Dokumentation und stellt den Pflegebedürftigen in den Mittelpunkt. Seit 2015 wurden fünf stationäre und zwei ambulante ProCurand Standorte auf das Strukturmodell umgestellt. In Zukunft werden alle ProCurand Einrichtungen entbürokratisiert pflegen.

Vera Trinenjans ist in der ProCurand Unternehmensgruppe zuständig für die Einführung der entbürokratisierten Pflegedokumentation. Sie berichtet über Vorteile und Chancen, die die neue Dokumentation bietet.

Vera Trinenjans, ProCurand Unternehmensgruppe, zum Strukturmodell der entbürokratisierten Pflegedokumentation

Reformbedarf bei der Pflegedokumentation

Dass es notwendig ist, pflegerische Tätigkeiten zu planen und zu evaluieren, liegt auf der Hand. Die Pflege muss sich straf- und sozialversicherungsrechtlich absichern und sich den Anforderungen von Prüfinstanzen stellen. Mittlerweile ist die Pflegedokumentation stark ausgeufert und hat Ausmaße angenommen, die enorme zeitliche Ressourcen kosten und somit wirtschaftlich nicht mehr tragbar sind. Hinzu kommt, dass viele Mitarbeiter in der Pflege von dem großen bürokratischen Aufwand frustriert und verängstigt sind.

Das neue Strukturmodell  der entbürokratisierten Pflegedokumentation hingegen vereinfacht es den ambulanten und stationären Pflegeprozess überschaubar darzustellen. Die Aufzeichnungen sind übersichtlicher und weniger schematisch als in der Vergangenheit.

Strukturmodell zur menschennahen Dokumentation

Im Rahmen des neuen Strukturmodells wird hingegen nur so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich dokumentiert. Unnötige Formulare werden abgeschafft. Stattdessen kommt der Einschätzung der Pflegefachkraft eine größere Bedeutung zu. Außerdem steht der Bewohner oder Kunde mit seinen Wünschen und Bedürfnissen im Mittelpunkt. Zugleich steigen der fachliche Anspruch und die Verantwortung der Pflegekraft, ganz im eigentlichen Sinne des Berufsbilds.

Die entbürokratisierte Pflegedokumentation wurde im Auftrag des Gesundheitsministeriums entwickelt und 2013 in einer Projektphase getestet. Die positive Resonanz aus der Projektphase sorgte dafür, dass das Strukturmodell seit 2015 bundesweit implementiert wird. Mittlerweile steht das Strukturmodell unter der Verantwortung von Karl-Josef Laumann, Beauftragter der Bunderegierung für die Belange der Patientinnen und Patienten sowie Bevollmächtigter für Pflege. Ein Projektbüro koordiniert die bundesweite Einführung.

ProCurand Unternehmensgruppe engagiert sich

Die ProCurand Unternehmensgruppe begrüßt entschieden das Strukturmodell und begann bereits mit dem Start der bundesweiten Implementierung mit der Umsetzung. Damit gehört ProCurand zusammen mit anderen Trägern zu den Vorreitern des Programms. Hierfür stellt ProCurand zusätzliche Ressourcen zur Verfügung.

ProCurand verfolgt mit der Einführung folgende Ziele:

  • Die Selbstbestimmtheit der Bewohner und Kunden in den Mittelpunkt stellen
  • Die Selbstbehauptung und Verantwortung der Pflegekräfte stärken
  • Mit möglichst geringem Aufwand pflegefachlich und rechtlich einwandfrei dokumentieren, um mehr Zeit für die Bewohner und Kunden zu haben

Am Beginn der Arbeit stand im ersten Halbjahr 2015 die Überarbeitung des unternehmensweiten Qualitätsmanagement-Handbuchs. Alle Verfahrensanweisungen und Prozessabläufe wurden auf das neue Strukturmodell hin abgestimmt.

Die eigentliche Einführung des Strukturmodells begann im zweiten Halbjahr 2015. Bis heute wurde das Strukturmodell in zahlreichen ProCurand Einrichtungen, sowohl in der stationären wie auch in der ambulanten Pflege eingeführt.

Pflegekräfte übernehmen das Strukturmodell in der täglichen Arbeit

Der Aufwand, das Strukturmodell in die tägliche Arbeit als selbstverständlich zu integrieren, ist natürlich zunächst groß und erfordert eine umfassende Schulung und Betreuung. Angesichts der großen Chancen, die das Projekt bietet, sind die Mitarbeiter jedoch sehr motiviert, die neue Pflegedokumentation umzusetzen.

Die ProCurand führt in den Einrichtungen zusätzlich zu den vom Projektbüro vorgegebenen Schulungen intensive Einzelschulungen mit ausgewählten Mitarbeitern durch, die später als interne Multiplikatoren das Wissen an weitere Mitarbeiter vermitteln und an regelmäßigen Reflexionstreffen teilnehmen. Anregungen und Verbesserungsvorschläge der Mitarbeiter, die bereits mit dem Modell arbeiten, fließen in fortlaufenden Evaluationsrunden in die Gesamtstrategie mit ein.

Mit diesem Prinzip wird die ProCurand Unternehmensgruppe Schritt für Schritt alle stationären und ambulanten Einrichtungen auf das neue Strukturmodell umstellen.